Von Liebe, Konfetti und Zuckererbsen

Kritik zu „Die Leiden des jungen Werther“ (Regie: Karsten Dahlem)

von Maya Berndsen*

„Der Mensch heißt Mensch. Weil er irrt und weil er kämpft. Und weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt…“ (Herbert Grönemeyer) – Wer kennt es nicht, dieses Lied? Und wer kennt es nicht, sich Weiterlesen

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Wer liebt, der leidet.

Kritik zur Inszenierung „Die Leiden des jungen Werther“ (Regie: Karsten Dahlem)

von Noemi Topf*

Rechts ein Kühlschrank. Links ein Verstärker, auf dem ein Musiker mit einer E-Gitarre sitzt. Ein weiterer Musiker hockt mit seinem Bass auf einem Sessel und ein anderer sitzt mitten auf der Bühne vor seinem Schlagzeug. Davor steht Werther (Johann David Talinski), mit Sonnenbrille und Weiterlesen

You’ll never walk alone

Kritik zur Inszenierung „Sophia, der Tod und ich“ (Regie: Tilman Gersch)

von Maya Berndsen*

Er wirkt… unscheinbar. Unauffällig. Wirres blondes Haar, Brille, Jeans, gelb-schwarz-karierte Pullover-Jacke… BVB-Fan? Die Musik verstummt, er beginnt zu sprechen. Sinniert über den Duft von Kaffee im Treppenhaus und Buchanfänge. Dann ein Klingeln an der Tür, nichtsahnend öffnet er und Weiterlesen

Missionare auf Umwegen

Kritik zur Inszenierung „Bekenner“ im Rahmen der vierten Autorentage „Stück auf!“ am Schauspiel Essen

Black. Spiellicht an. Im Vordergrund stehen zwei kleine Schränke. Neben den Schränkchen steht jeweils eine Lampe mit einem Schwenkkopf. Zwei Männer sitzen auf den Schränken. Mario sitzt auf dem linken Schrank in einer gebeugten und lässigen Haltung. Auf dem rechten Schrank sitzt Bealer. Ebenfalls gebeugt aber in einer angespannten Haltung. Zwischen den beiden Sitzenden steht Weiterlesen

Welt, du bist scheiße! Fick dich in dein verdammtes Knie!

Begründung der Theaterlabor-Jury zu ihrem Siegerstück „Wir trauern um Bonn Park“ (Autor: Bonn Park) im Rahmen der vierten Autorentage „Stück auf!“ am Schauspiel Essen

Ein Autor, der auf dem Papier seinen eigenen Tod inszeniert. Klingt ziemlich narzisstisch oder einfach nur genial? Dass wir uns dann doch eher für die zweite Ansicht entschieden haben, hatte mehrere Gründe.

Schon der Titel und Untertitel lassen erahnen, dass der Autor einen Hang zu viel Humor und Weiterlesen

Sind wir alle Gefangene des Systems?

Kurzkritik zur Inszenierung „Der Prozess“  (Regie: Moritz Peters)

von Tabea Meyer*

Fünf in weiß gekleidete Figuren klettern auf die Bühne. Durch einen Spalt am Horizont erklimmen sie eine aus Holzplatten bestehende Schräge, die die komplette Vorbühne einnimmt. Sie positionieren sich in verkrampfte, sichtlich unbequeme Haltungen. Eine von ihnen spricht: „Jemand musste Joseph K. verleumdet haben, denn Weiterlesen

Angst unter dem Mikroskop

Politisches Theater am Beispiel von „Wir sind die Guten“ (Regie: Hermann Schmidt-Rahmer)

Von Florian Käune*

Die Frage, ob und inwiefern sich Theater politisch positionieren oder politische Aufklärung betreiben soll (vielleicht sogar: muss), ist immer wieder Bestandteil künstlerischer Diskussionen. Auf der einen Seite – schaut man auf die Spielpläne vieler großer Häuser – scheint der Hang zu den klassischen Weiterlesen

Lebensgroßer Scampi im Dschungel Afghanistans

 „Die lächerliche Finsternis“ (Regie: Robert Gerloff) lässt Wildnis-Phantasien und Kolonialisierungs-Irrsinn lebendig werden.

 Von Luzie Barzen

Alles beginnt in Dunkelheit. Vier Schauspieler treten vor das Tarnnetz, das die Bühne noch vor neugierigen Blicken abschirmt. Sie tragen selbstgebastelte Militäruniformen aus roter Pappe und schultern Plastik-Kalaschnikows. Gemeinsam stellen sie sich dem Publikum als „Michael Ultimo Pussi“ vor, Weiterlesen